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Tiere san fast vo Anfang o eine der Hauptattraktionen des Parks gewesen. Doch sowoi der Streichelzoo als a der Wildpark ham se im Laufe der Jahre stark verändert. Mit da Zeit ham ma gelernt, dass ned alle Tiere ideal für den engen Kontakt mit Menschen san und ned alle Menschen san guad für die Tiere.
Ponyreiten liebten alle Kinder und Ponys waren a die ersten Tiere im Park. Im Allgemeinen wars a guads Geschäft. Allerdings kennan Ponys a störrisch sei. Die Aigner-Kinder waren für das 30-minütige Ponyreiten zuständig. A Pony namens Maxi hatte ned immer Lust geritten zu werdn und legte sich einfach hi und weigerte se, sich zu bewegen. Manchmal is des sogar passiert, wenn da Reiter no oben drauf saß. Bei an Familienausflug in den Tierpark Hellabrunn verliebten sich die Aigner-Jungs in die Mini-Ziegen. Ziegen san ideale Streicheltiere. Sie san robust, lebhaft und es gibt doch nix Süßeres als a Babyziege! Aber sie lieben es auch, aus ihrem Gehege auszubrechen! I kann gar nimma sagen, wie oft wir scho Blumen und Sträucher neu gepflanzt ham, weil die Ziegen die Botanik ausprobiert ham! Außerdem san Ziegen sehr schlau. Einmal hatten wir a Ziege, die wusste, wie man den Futterautomaten mit dem Huf bedient! Sie fütterte den ganzen Sommer über die Herde. Im Streichelzoo gab es schon Kaninchen, Ziegen, Meerschweinchen, Schafe, Gänse, Schildkröten, Alpakas und mehr! Kinder san immer begeistert, Tiere hautnah zu erleben. Aber manche Kinder lieben die Tiere zu sehr, wennst woaßt was I moan. Mehr als einmal ham ma Kaninchen oder Meerschweinchen aus den Fängen bewundernder Kinder gerettet. Deshalb hams heute ihre eigene Alm, wo sie bestaunt und gefüttert, aber ned gehalten werden können. Peter sen. war begierig darauf, seine Liebe zur Natur mit dem Wildpark zu teilen. Es hod a zeitlang dauert bis Peter seinen Traum verwirklichen konnte. Aber als es losging, war er bereit fast alles zu versuchen. Rotwild, Damhirsch, Mufflon, Streifenhörnchen, Eulen, Wildschweine, um nur einige zu nennen. Er musste oft weit reisen und große Mühen auf sich nehmen, um Genehmigungen für solche Tiere zu bekommen. Er baute kilometerlange Zäune, verlegte Rohre für die Wasserversorgung und fertigte Käfige und Gehege, um die Tiere unterzubringen. Trotzdem liefs ned immer so, wie er es geplant hatte. Einmal arbeitete Irmgard gerade in der Küch, als jemand vo da Hochplattenbahn anrief und fragte, ob unser Damhirsch einen Betriebsausflug mache. Sie schaute glei nach obs Tor vielleicht offen war und tatsächlich warens alle weg! Es hod Tage dauert, sie im Wald aufzuspüren. Oder einfach die Zeit, als die Streifenhörnchen als lustige Tiere zum Beobachten eingeführt worden san, bis sie Tunnel gruben und darin verschwanden. Die Gäste bekamens praktisch gar nimma zum seng. A wenn des nur a kloaner Ausschnitt aus den schier endlosen Tiergeschichten aus dem Park san. Eines ist sicher, Tiere san nie langweilig! Nachdem sie fünf Jahre lang das Restaurant/Café und das Skigebiet betrieben ham, dachten die Aigners über neue Ideen nach, um im Sommer mehr Gäste anzulocken. Sie ham gmerkt, dass vui Gäste nachm Frühstück gern an Ausflug machen würden. Die Zeiten, in denen die Gäste aufm Zug oder an Bus angwiesen waren, waren vorbei. Die meisten Gäste reisten nun mit ihren eigenen Autos o und wollten selbstständig umeinand schaun. Wia wir alle wissen, gibt's in dieser Gegend so vui Schönes zu sehen! Vom Chiemsee und seinen Schlössern, dem Nationalpark Berchtesgaden, München und der Geschichte und Kultur Salzburgs! Die Gäste wussten gar ned wo sie anfangen sollten! Aber Peter hod sich gfragt, wie er ihre Aufmerksamkeit auf Marquartstein lenken könnt.
Was in der Gegend zu fehlen schien, waren Aktivitäten für Familien mit kloane Kindern. Kinder wie seine eigenen. Er wusste, dass an einigen Orten Märchenparks entstanden. Zum Beispiel hatte 1967 in Ruhpolding die Märchen-Sägemühle (heute unser Bruderpark Freizeitpark Ruhpolding) eröffnet. Die Idee ein Park zu bauen hatte auch sei Schwiegervater Ludwig Nothaft begeistert. Ludwig Nothaft war a begabter und kreativer Schreiner und Schnitzer und war glei dabei mit Ideen für Gestaltung. Gemeinsam besuchten sie verschiedene Parks und sammelten Ideen. Sie machten Fotos, sprachen mit Parkbesitzern, besorgten Materialien, recherchierten Lieferanten und entwickelten schließlich an Plan. Sie bauten Märchenhäuser, die die Geschichten der Gebrüder Grimm erzählten. Einige der Figuren wurden von Opa Nothaft geschnitzt und san heid noch im Park zu sehen. Sie wollten aber, dass die Geschichten für Kinder lebendig werdn. Dazu musstens sich bewegen und sprechen. Es musste also neue Technik eingebaut werden. Nach jahrelangem Planen, Bauen und Gestalten wurde der Park 1971 endlich eröffnet. Neben den Märchenhäusern gab's Rutschen, Autoscooters, Schaukeln und später auch a Eisenbahn, auf der se die Kinder vergnügen konnten, während die Eltern entspannten. Wieder hatte Peter in ana Idee investiert, die vui für a Risiko hielten. Doch er sah eine Chance! Im Jahr 1964 beschloss Peter, dass er an Weg finden musste, um auch im Winter Gäste ins Café zu bringa. Damals wars Alpine Skifahren noch koa Sport, der für jedermann zugänglich war. Vor ned allzu langer Zeit mussten die Skifahrer dicke Felle aufziehen und die Berge raufwandern. Heid is des wia unsere Skitouren. Es gab koa andere Möglichkeit ned, wenn ma Skifahren wollt. Aber um ca.1960 begannen einige Orte, Lifte zu bauen und die Berge für mehr Tourismus und an Wintersport zu öffnen.
Als Berufsjäger hod Peter natürlich scho früh as Skifahren glernt. A Skilift neben dem Café schien ihm also a guade Möglichkeit um Gäste anzulocken. Im Herbst gab er seinen ersten Schlepplift beim Maschinenbauer Eder aus Ruhpolding in Auftrag. Es war a 8-Personen-Schlepplift und kostete 5000 DM. Sepp Eder schlug eam vor, dass er den Lift im Frühjahr bezahlen ko, wenn die Saison vorbei war. Was für a Glück, dass es im Winter 1964 so extrem vui Schnee gab! Es waren rund 100 Skitage hier im Achental und Peter konnte dem Maschinenbauer an vollen Betrag bezahlen. Der erste Schlepplift war no ned so wia ma se heid kennt. Er hatte auf jeder Seite 8 Griffe zum Festhalten. Er brachte also 8 Personen hoch, dann wechselte der Betreiber die Richtung und weitere 8 Personen fuhren auf der anderen Seite hinauf. Der verbrauchte so vui Strom, dass die Lichter in der Stube bei den Aigners flatterten, wenn er eingeschaltet war. Dieser Schlepplift war dann einige Jahre in Betrieb, bis er durch einen moderneren Lift der Firma Multerer ersetzt wurde und as Flutlichtskifahren kam hinzu. Das Ganze ging dann bis 1981. Es gab a Eisstockschießen für diejenigen, die nicht Ski fuhren. Die Skischule Achental war a beständiger Besucher und hielt Kurse für Hausfrauen und Kinder ab. Gaukler Hilde von der Skischule Achental erinnert sich an einen Skifahrer, der ned zu bremsen war und über die Motorhaube eines geparkten Autos direkt auf den Parkplatz fuhr! Nachm Skifahren war natürlich no Zeit für Kaffee und Kuchen oder vielleicht an Hüttengeist oder a Bier im Café. Wir hören immer no von Leuten, wie sie hier as Skifahren glernt ham und wie viel Spaß es gmacht hat. Auch den Aigner-Kindern hat es gefallen. Sie gingen vo der Haustür raus, ham sich die Skier angschnallt und san losgfahren. Peter sen. war im Lifthäusl und wenns den Kindern kalt war oder sie müde waren, konnten sie sich zu ihm setzen oder ins Café zur Irmgard gehen und se bei einem heißen Getränk stärken. Skifahren war damals a selbstverständlicher Teil des Lebens im Chiemgau und is a heid aus der Region nimma wegzudenken. Irmi und Peter begannen kurz nach der Heirat mit der Arbeit im Café Jägerwinkl, aber des taten sie net alloa. Peters Mutter, die im Haus aufgewachsen war, stand voll und ganz hinter den Beiden und war stets mit Rat und Tat an ihrer Seite. Sie erkannte, dass wie viele andere aus der Region, sie mehr als nur de Landwirtschaft brauchten, um eine erfolgreiche Zukunft zu hom. Der Tourismus war scho immer a gutes Nebengeschäft gwesen, aber nun füllte sich der Chiemgau mit Touristen aus den Städten. A Grund dafür war a die fortschreitende Mobilität. Deshalb begann Peter mit der Umwandlung seines Hauses in einen Betrieb. Im Herbst hams angefangen das Fundament für den Café-Anbau per Hand auszuheben, damit die Mauerer im zeitigen Frühjahr mit dem Bau ofanga konnten. Irmi hatte a scho a kloanes Kind zu versorgen, aber mit der Unterstützung ihrer Mutter und Schwiegermutter fand sie Zeit, das Geschäft von innen zu organisieren und die Zimmer, das Café und die Küche für die Gäste vorzubereiten.
Trotzdem hod Peter net das Gefühl ghabt, dass seine Ausbildung zum Berufsjäger erm auf sei neues Leben als Wirt vorbereitet hod. Also beschloss er nu mal die Schulbank zu drücken und an Servierkurs zu belegen, um ein Grundwissen über das zu erlangen, was von ihm erwartet werden würd. Du kannst da vorstellen, was des für a Unterschied zu seinem früheren Leben war! 1964 war es dann endlich soweit. Das Café/Pension Jägerwinkl öffnete ihre Pforten. Kurz bevor die ersten Übernachtungsgäste komma san, bemerkte Irmi, dass die Glühbirne in ihrem Zimmer ausgangen war. Sie war grad im Kramerladen in Piesenhausen, als ein Auto mit Berliner Kennzeichen vorbeifuhr und sie wusste wohin diese wollten. Schnell! Sie eilte zurück auf ihr Fahrradl und ging durch die Hintertür um die Glühbirne zu wechseln, während ihre Schwiegermutter die Gäste an der Haustür begrüßte. Es war so wichtig, an guaden ersten Eindruck zu machen! Die san glei zwei Wochen geblieben und ham bar bezahlt. Des hat gut getan! Während der Bauzeit, kamen immer wieder neugierige Besucher vorbei, um den Fortschritt zu sehen. Irmi hielt die Wirtshauslampe abgedeckt, um zu zeigen, dass sie nu net geöffnet warn. Aber eines Tages kamen drei Kinder aus Rottau vorbei. Da dachte Irmi, es wäre an der Zeit es zu versuchen. In kürzester Zeit verkaufte sie ihren Kuchen und die Gäste sagten, dass sie am nächsten Tag wiederkommen würden, um mehr zu holen! Und so so hods ogfanga! Zwoa Trachtenvereine... In den 50er Jahren gabs in Marquartstein zwoa Trachtenvereine. Dies war nicht nur a Highlight für die Gäste, sondern in erster Linie a für die Dorfjugend. Und da war ganz sche was geboten! Jede Woche war a Heimatabend in Piesenhausen und oina in Marquartstein, und beide waren von Einheimischen und Gäste gut besucht!
Wenn Peter ins Tal zurückkam, war er an den Wochenenden auch dabei. So kams auch, dass sich Peter und Irmgard auf den Weg zum Trachtenfest in Hittenkirchen kennenglernt ham. Irmgard kam von der anderen Seite des Tals in Marquartstein. Ihr Vater war a Schreinermeister und beliebter Werklehrer vom Landschulheim Marquartstein. Irmi hat damals grad a Lehre als Hauswirtschafterin, in dem Landschulheim ogfanga. Die Ausbildung wurde unter den strengen Augen der Ordenschwester geleitet. Früh musstens aufstehen und lang hams arbeiten müssen, aber die Mädels ham viel gelernt. Nach dem ersten Spaziergang mit Peter in Hittenkirchen waren die zwei lang beinand bis sie gheiratet ham. In der Zeit hams viel über die gemeinsame Zukunft nachdacht und gesprochen. Die Entscheidung ein Café und die Pension aufzumachen wäre für Peter ned möglich gwesen wenn er net so a Frau wie die Irmgard gehabt hät. Ihre Ausbildung und de Erfahrungen ham sie gut vorbereitet, Wirtin des Cafés Jägerwinkl zu sei und mit deren Ehrgeiz ham sich de zwei eine neue Zukunft geschaffen. Gäste in der Stuben... "Scho vor dem Jahr 1900 war Marquartstein a Urlauberort für Besucher aus ganz Deutschland. So is koa Wunder, dass im Jägerwinkl fast von Anfang o, neben der Landwirtschaft auch Fremdenzimmer angeboten wordn san. So wars zu der Zeit auf vielen Bauernhöfen. Die meisten Gäste san mit der Bahn ogreist. Damals hod Marquartstein einen eigenen Bahnhof ghobt und war somit a wichtiger Standort im Achental. Und als Elisabeth und Mathias Aigner aus Piesenhausen heirateten war es klar, dass die beiden das Haus mit den Gästen teilen werdn.
Peter Aigner sen. is als zweites Kind von Elisabeth und Mathias geboren. Er hod sei berufliches Leben als Holzknecht und Berufsjäger in den 50er Jahren ogfanga. Es war a anstrengende Arbeit, aber seine Liebe zur Natur und den Tieren hat er jeden Tag leben dürfen. Als Berufsjäger war er für die Tiere verantwortlich und er hat auch das Jagdhaus im Rottauer Tal betreut. Oft san edle Gäste von der Stadt zum Jagdhaus gekommen, teilweis sogar Prominente und Filmstars! Vielleicht wars die Freude an der Natur oder die einfache Gemütlichkeit am Berg, die seinen Gästen so gefallen hat. Peters Erfahrung mit Gäste hat ihm jedenfalls geholfen. Freunde ham ihm gsagt, er sollt mit seiner Frau Irmgard a Café aufmacha. Die Kuchen von Irmi waren scho im Dorf bekannt und der Jägerwinkl liegt so schön idyllisch! A idealer Platz. Darum ham sich die beiden entschlossen ihr Glück in die Hand zu nehmen und ham 1964 einen Teil des Elternhauses zum Café Jägerwinkl umgebaut." vom Bergbauern zum Märchenpark Bevor wir hier ansässig gwordn san, war es ein altes Jagdhaus aus dem Jahr 1700. Peter Aigner jun. Urgroßeltern bewirtschafteten den Bergbauernhof Schwaige circa 700 m oberhalb an Fahrpoint in Grassau. Es war ein hartes und anstrengendes Leben aufm Berg. Im Winter is mitm Schlitten ins Tal zum Einkaufen gefahren und danach alles zum Hof zurück gschleppt wordn. Doch des war noch nicht alles. Wie soll die kloane Elisabeth zur Schui kemma? Peters Uroma wollte gern ins Tal ziehen, aber ihr Ehemann wollt des Leben am Berg nicht aufgeben. Also, musste a Kompromiss her. "I werd ned weida wia bis zum Waldrand ziang!" waren seine Worte. Gsagt - gmacht! Mit dem Jagdhaus am Jägerwinkl haben sich beide einigen können und haben ein Mittelweg gfundn. 1901 wars dann soweit - a neuer Anfang im Tal is gmacht worden. Doch wie de ganze Gschicht weiter ging, hat sich damals noch niemand vorstellen können!
50 Jahre Märchenpark!
Wie oft hören wir: „Als Kind war ich hier mit meinen Eltern und jetzt bringe ich meine Enkelkinder her!" oder „i hab hier das Skifahren gelernt! Das war so eine Gaudi!" oder „Als i kloa war habe i den Zug geliebt!". Das macht uns unglaublich stolz! Zur Feier unseres 50 jährigen Jubiläums möchten wir Euch ein paar Geschichten erzählen. Aber wir freuen uns über euere Geschichten auch. Über einen Kommentar oder ein Bild in Facebook oder Instagram würden wir uns sehr freuen! |
AutorenMargaret Huschle-Aigner, Peter Aigner mit Unterstützung von Caroline Forster Archiv |